Kurzbeschreibung
1995 und 1998 vergaben der WDR Köln und GMD - Forschungszentrum Informationstechnik GmbH (heute Fraunhofer Institut für Medienkommunikation) den Cyberstar. Mit diesem Preis honorierten die Organisatoren Konzepte für interaktive Medienszenarien. Der Wettbewerb verstand sich als Beitrag zur medialen Kultur angesichts fortschreitender technischer Veränderungen. Während die Diskussion um interaktive Medientechniken in erster Linie von wirtschaftlichen Gesichtspunkten geleitet wurde, förderte GMD und WDR mit dem Cyberstar die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Designern, Künstlern, Computer und Medienspezialisten. Ziel war es, neue interaktive Kommunikationsweisen entstehen zu lassen, die den aktuellen Stand der Technik gestalterisch und künstlerisch nutzen und reflektieren.
Aus 88 internationalen Einsendungen in Form von Videoexposés entschied sich die fünfköpfige Jury, bestehend aus VALIE EXPORT, Jill Scott, Peter Krieg, Derrick DeKerckhove und John Thackara, im Jahr 1995 für die Film- und Medienstudenten Henry Schmidt und Benjamin Seide als Sieger. Ihr Beitrag "Paramatrix" gründet auf der Idee, Zuschauer und Studiogäste über die individuelle Gestaltung ihrer medialen Umgebung in Dialog treten zu lassen, um somit in unterhaltsamer Weise an die Technologie des Virtuellen Studios heranzuführen. Über den Betrag von 14.000 DM hinaus war mit dem ersten Preis ein dreimonatiger Arbeitsaufenthalt bei der GMD Sankt Augustin verbunden.
Darüberhinaus wurden drei Beiträge mit einem Geldpreis von jeweils 7.000 DM bedacht: Dan Northrup mit "Neighbourhood Works", Lynn Hershman Leeson mit "The Venus Home Page" sowie "The Trace, Remote Insinuated Presence" von Rafael Lozano-Hemmer und Will Bauer. Eine lobende Erwähnung kam den Franzosen Catherine Ikam und Louis Fleri zuteil.
1998 wurden 92 Beiträge eingereicht. Mit 41 Einsendungen betrafen die meisten die Kategorie Bühne (Internet: 26, Fernsehen: 13, Mehrfachnennungen: 12).
Die Jury zeigte ein besonderes Interesse an den Bühnen-Projekten, die den Betrachter räumlich einbeziehen und vergab alle drei Preise an Einsendungen dieser Kategorie.
Der erste Preis, 20.000 DM und die Entwicklung des Projektes bei der GMD, ging an den australischen Medienkünstler Simon G. Penny für "Traces". Das Projekt untersucht die Ästhetik der Kommunikation in avancierten Telekommunikationsumgebungen und fördert die Entwicklung neuer Schnittstellen, die die gesamte Körpersprache einbeziehen. Penny ist Professor für Kunst und Robotik an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh (USA).
Das japanisch-französische Duo Atau Tanaka und Kasper Toeplitz erhält den mit 10.000 DM dotierten zweiten Preis für "Global String". Die Japanerin Kaeko Murata wurde für "Elemental Café" mit dem dritten Preis und 5.000 DM bedacht.
KünstlerInnen / AutorInnen
- Monika Fleischmann, Research Artist, Projektleiterin, GMD Forschungszentrum Informationstechnik (heute Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation, MARS-Exploratory Media Lab), Sankt Augustin › Biografie
- Wolfgang Strauss, Research Artist, Projektleiter, GMD Forschungszentrum Informationstechnik (heute Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation, MARS-Exploratory Media Lab), Sankt Augustin › Biografie
Termin
- 20. Juni 1995-14. Juli 1998
Veranstalter
WDR Köln und GMD - Forschungszentrum Informationstechnik GmbH (heute Fraunhofer Institut für Medienkommunikation)
Veranstaltungsort
Köln, Deutschland
Eingabe des Beitrags
Redaktion netzspannung.org, 13.07.2004
Kategorie
- Festival
Schlagworte
- Themen:
- Medienkunst |
- Interaktivität



