Manfred KETONGE Ruecker


Klangräume

Bildende kunst und experimentelle Musik


The day I play god [link 01]

The day I play god

Kurzdarstellung

Kurzbeschreibung

Klang im Raum beschäftigen mich seit Jahren - einerseits als Komponist meist elektronischer Musik und als experimenteller Bildhauer mit Resonanzräumen für diese Musik. Die Musik ist in Schichten aufgebaut, welche in ihrer Vielstimmigkeit eine Dichte erreicht, welche an physikalische Masse erinnert. Diese Musik wird
in Räumen, gebaut aus unterschiedlichsten Materialien wie Gips, Holz,
Kunststoff sowie Mixed Media, gespielt. Der Raum in Größen von
1-2 qum. dient hierbei als Filter, Verstärker und Kompressor.
Die Berechnung der Räume erfolgt über Experimente in den jeweiligen
Werkstätten der Materialkunde, wobei die Frage leitend ist:
Wie verhält sich das physische Material zum Klang zu den Frequenzen.
(weiter bei ausführlicher Inhalt Punkt 2.)

KünstlerInnen / AutorInnen

  • Manfred KETONGE Ruecker, Student, Kunstakademie Düsseldorf

MitarbeiterInnen

  • Esther  Kläs, Studentin / Assistentin (Bildhauerei / Architektur), Kunstakademie Düsseldorf

Entstehung

Deutschland, 2005

Partner / Sponsoren

Kunstakademie Düsseldorf
Kunsthochschule für Medien Köln Studio Prof. David Larcher

Eingabe des Beitrags

Manfred, Pseudonym Ketonge Ruecker, 20.12.2005

Kategorie

  • künstlerische Arbeit

Schlagworte

  • Themen:
    • Audio
  • Formate:
    • Audio
  • Technik:
    • Acoustic Tracking

Ergänzungen zur Schlagwortliste

  • Experimentalmusik und Video |
  • Schalldruckbildhauerei und Visuelle Musik |
  • Freie Kunst und Musik

Inhalt

  • › Schalldruckkonzentrator [JPEG | 471 KB ] [link 02]
  • › Schalldruckkonzentrator [JPEG | 499 KB ] [link 03]
  • › Installation Klangräume Rundgang 05 Akademie [JPEG | 481 KB ] [link 04]
  • › Installation Klangräume Rundgang 05 Akademie [JPEG | 464 KB ] [link 05]
  • › Klangraum Metall (System Bose) [JPEG | 37 KB ] [link 06]
  • › Kochtopf als Resonanzraum für Generatorfrequenz in der Musikhochschule köln [JPEG | 82 KB ] [link 07]
  • › Geigenmetallraummaschine im Konzert [JPEG | 206 KB ] [link 08]
  • › Geigenm.r.m. im Konzert [JPEG | 181 KB ] [link 09]
  • › kleine Studioansicht [JPEG | 299 KB ] [link 10]
  • › großer Holzklangraum mit Klangrampen [JPEG | 479 KB ] [link 11]
  • › großer H.k.r. mit Klangrampen [JPEG | 491 KB ] [link 12]
  • › großer H.k.raum [JPEG | 500 KB ] [link 13]
  • › visionistische Schalldruckkammer [JPEG | 493 KB ] [link 14]
  • › ehemaliger Klangraumtitel sinemum [JPEG | 333 KB ] [link 15]

Inhaltliche Beschreibung

Die Arbeit ist als Installation aufgebaut. Die Installation besteht aus einer technischen Seite von zwei Computern und einer mehrkanaligen Verstärkermischpultanlage, welche mehrkanalig zu den jeweiligen Klangräumen steuert. Als Klang und Musik dient mein seit 1994 angelegtes Archiv, dass ausschließlich von mir komponierte Musik, Klänge und Videos beinhaltet. Dieses Archiv hat etwa einen Umfang von 500 Gigabyte (entspr. 1/2 Terrabyte). Mit dieser grossen Menge an Daten wird künstlerisch gearbeitet, wobei die traditionelle Stimmführung auf die elektronische Musik angewendet wird. Es entstehen unterschiedlich dichte Masseverhältnisse von Klang, die jeweils auf die physischen Klangkörper als Resonanzraum wirken. So ist in bisherigen Aufführungen unterschiedliche Klangcharakteristik durch Materialeigenschaft erlebt worden. Einmal klingt ein relativ kleiner Raum (50cm3) sehr voluminös, da der Klang das Material Gips in wellenförmig, chaotischer Struktur als Verstärker benutzt. So kennt man Verfahren von z.B. der Firma Bose, die kleine Lautsprecher durch entsprechende kurze, berechnete Röhren schicken, um den Klang groß zu dimensionieren. Ziel bei meiner Musik ist ein Zustand von unterschiedlicher Dichtehäufikeit von Klang in Räumen, welche wiederum in Räumen (Austellungsräume) stehen. Diese verhalten sich mit ihrer Klangeigenschaft jedesmal unterschiedlich, da die Klangräume auf die umliegende Umgebung reagiert. Die veränderte Obertonstruktur sorgt hierfür für eine instrumentale Eigenschaft der einzelnen Räume, vergleichbar mit einem Orchester, in welchem die stimmen unterschiedliche Klangfarben besitzen und doch auf ein Konzertstück agieren und reagieren. Das Bindeglied in meiner Arbeit ist die Tatsache, dass jegliche Musik, die in den Räumen erklingt, auch von mir komponiert wurde (außer kurzen Zitaten). Seit 1994 und einem Kompositionsstudium vor meinem Kunststudium versuche ich die tönendende und bildende Welt in methodisch ähnlicher Weise(durch den sogenannten Schichtenaufbau) zu vereinigen. Die Tatsache, dass Kunst und Musik immer noch als meist getrennte Gebiete aufgefasst werden, erleichtert bei z.B. Finanzierungsfragen nicht meine Arbeit. Diese Vereinigung von Kunst und Musik soll nicht auf eine rein effekthafte Arbeitsweise entstehen, wie sie zur Zeit im Trend liegt, sondern das Verinnerlichen und Begreifen von zwei Gebieten (mit entsprechendem Kenntnisstand)sind Grundlage für meinen Versuch. So ist es heute in der Kunst üblich, sich der Musik als Materiallager für die bildende Arbeit zu nähern und zu bedienen, ohne beispielsweise selbst ein klassisches Instrument zu spielen.
Dagegen versuche ich gründlich anzugehen. Meine Hypothese lautet:
Musik kann Teil der bildenden Kunst sein.

weiter in der darstellung der installation:

die klangräume erhalten zusätzlich noch eine videospur, in welcher sich geschichtetes, komponiertes bildmaterial befindet. dieses bild-
material ist mit dem ziel gestaltet, sich mit dem bildmedium video der elektronischen musik zu nähern. methodisch sind augmenationen, krebse, vielstimmigkeit sowie kontrapunkte in das bildmaterial eingearbeitet. die bildquelle wird hier als stimme einer grossen musik verstanden, die auf die anderen bild(stimmen) regaiert. diese reaktion kann nach bestimmten regeln erfolgen (z.b. von mir definierte stimmführungsregeln wie dichte, zeitvakuum) oder sich selbst überlassen, improvisatorisch, aleatorisch reagieren. so kann ein mitspieler mit dem klang- und bildmaterial wie ein musiker arbeiten. die schichten werden über die festplatte eingespielt und in einen programmierbaren generator geleitet. dort kann der spieler auf 127 x 127 moeglichkeiten der beeinflussung des klanges und zum teil auf das bild zurückgreifen. die spieleranzahl ist nur durch die möglichkeiten der technik und der ökonomischen seite begrenzt. dem rezpienten kann je nach kenntnisstand eine kakophonisch, wilde, bis einfach schöne struktur präsentiert werden. es gibt einen sogeannten dirigenten, der über das zentrale mischpult all diese erreignisse steuert (volumen, klanganteil, kanalbestimmung)in einigen aufführungen habe ich auch alleine oder mit nur ein bis drei personen gespielt. die mitspieler müssen auf diese art des musizierens trainiert sein. die einzelnen klangräume sind in bildnerischer absicht gestaltet. so ergab und ergiebt sich hier ein spannungsfeld von technischer notwendigkeit und kuenstlerischem form-willen. in zukunft werden sich je nach ökonomischen bedingungen die klangräume vergrössern. die masse eines lastwagens oder eines ozeandampfers in form eines archtitektonischen klangraumes, der durch entsprechend grosse lautsprecher mit extren hohem schalldruck bespielt wird ist hier ebenso meine vision, wie beispielsweise unterwasserxperimente in kernkraftanlagen mit plutoniumbecken, die visuell betrachtet, genau die angst verbreiten, welche sich durch den einsatz einer sehr hohen schallquelle in eben diesen becken ergiebt. (ich entschuldige meine sprache, aber ich schreibe hier von visuellen träumen, die mir sagen, dass diese in natura eine neue betrachtung der klanglichkeit auf die physikalität von räumen ergeben.
2.
Die Installation ist in mehrere Räume aufgeteilt. Diese Räume sind über ein Mehrkanalmischpult mit Verstärker, welche zu Lautsprechern
in den Räumen führen, verbunden. Die Quellen sind zwei Computer mit externen Festplatten (500 Gigabyte) die in das Mischpult führen. Über die mehrkanalige Ausgabe erfolgt eine Metakomposition, die auf die Räume abgestimmt ist.Zu dieser Szenerie aus Technik und Objekten
werden Live-Musiker als performatives Element eingebunden. Diese spielen eine komponierte instrumentale Schicht. Daneben kann als eine zusätzliche Stimme im orchstralen Gesamtkunstwerk die visuelle Komponente aus dem bereich video / malen mit elektronen miteinfliessen (ausführlicher im inhalt).
theoretisch versuche ich dass durch stanislav lem angeregte konzept in seinen sterntagebüchern (insb. prof. a. donda) gehäufte information als geschichtetes modell für die entstehung von materie zu orten.
so wende ich dass konzept der informationsverdichtung zur massebildung auf die bildende kunst und musik an, um dort mittels vielstimmigkeit und konzentration von klang die zeitebene zu strecken. so wurde beispielsweise von m. heidegger der permatente zeitfluss beschrieben, der uns wiederholungen unmöglich macht. er schreibt, dass viele unserer tagtäglichen bemühungen viel mit dem unbewussten impuls zu tun haben, die zeit so zu gestalten, dass wir psychologisch den eindruck haben, kontrolle über dies abstraktum zu besitzen. mein künstlerischer ansatz und dessen experimentelle exploration verfolgt das ziel die zeitebene, mittels einer mentalen zeitmaschine zu verlangsamen. mittel zum zweck ist hierbei die methode der schichtung, welche analog zum lem`schen modell die schichtung auf die verlangsamung der zeit anwendet.

Technik

Technische Beschreibung

zwei Computer (Mindestzahl)
zwei bis drei Mischpulte (Mindestzahl)
drei Mikrophone (Kondensatoren)
externe Festplatten
fünf Lautsprecher
Kabel und Verbindungen
ein bis fünf Beamer (für die zusätzliche(n) Videospur(en)
programmierbare Klangeneratoren (Lexicon)

Dies stellt eine unverbindliche Mindestaustattung dar, die ja nach wirtschaftlicher Möglichkeit erweitert werden kann (im Extrem können Besetzungen aller varese´ in hunderten Stimmen möglich sein)
Die technische Umsetzung folgt auch den experimentellen jeweiligen Bedingungen einer Örtlichkeit der Aufführung.




Hardware / Software

Verschiedne Klangräume aus unterschiedlichen Stoffen (Gips, Holz, Kunststoff, Metall, mixed-media) in unterschiedlichen Grössen.
Diese werden in den spezifischen Werkstätten der Akademie und extern erstellt.

Software: meine Computer sind mit mehrspurfähigen Programmen ausgerüstet, welche auch für live-elektronischen Einsatz genutzt werden können. Die Methode der Programmierung lehnt sich an Kombinatorik und graphischer Oberfläche à la max msp an. Zusätzlich werden Klangverbindungen im Studioeinsatz mittels pd-Programmierung
erstellt. Diese Software ist als verwaltendes und kombinierendes Organ eingesetzt um einerseits die sehr große Datenmenge von 0.5 terrabyte zu steuern und andererseits um mit kombinatorisch, kompositorischen Mitteln zu neuen Klangsynthesen zu kommen.

Diese Klangsynthesen sind allesamt auf die physisch, haptischen Räume
ausgelegt (siehe Inhalt)

Anzumerken ist die Selbstverständlichkeit, dass all diese Steuerungen von mir als Individuum ausgeführt werden. Diesen performativen Akt der Darstellung zu betonen ist mir wichtig, da ich als Mensch (ich glaube so nennt man die Kategorie) die Technik zum Mittel für die (noch private) Kunst einsetze.

  • › digital sparks 2006 [link 16]
  • › Gipsklangraum (mpg) [3 MB ] [link 17]
  • › internetmuzikanvideo [911 KB ] [link 18]
  • › Schalldruckkonzentrator [JPEG | 471 KB ] [link 19]
  • › Schalldruckkonzentrator [JPEG | 499 KB ] [link 20]
  • › Installation Klangräume Rundgang 05 Akademie [JPEG | 481 KB ] [link 21]
  • › Installation Klangräume Rundgang 05 Akademie [JPEG | 464 KB ] [link 22]
  • › Klangraum Metall (System Bose) [JPEG | 37 KB ] [link 23]
  • › Kochtopf als Resonanzraum für Generatorfrequenz in der Musikhochschule köln [JPEG | 82 KB ] [link 24]
  • › Geigenmetallraummaschine im Konzert [JPEG | 206 KB ] [link 25]
  • › Geigenm.r.m. im Konzert [JPEG | 181 KB ] [link 26]
  • › kleine Studioansicht [JPEG | 299 KB ] [link 27]
  • › großer Holzklangraum mit Klangrampen [JPEG | 479 KB ] [link 28]
  • › großer H.k.r. mit Klangrampen [JPEG | 491 KB ] [link 29]
  • › großer H.k.raum [JPEG | 500 KB ] [link 30]
  • › visionistische Schalldruckkammer [JPEG | 493 KB ] [link 31]
  • › ehemaliger Klangraumtitel sinemum [JPEG | 333 KB ] [link 32]