Patrick Rüegg, Fabienne Blanc


Struckmaschine

be-geistert


Schalmuster mit Fabienne Blanc [link 01]

Schalmuster mit Fabienne Blanc

Inhalt

  • › Pressetext veröffentlicht am 18.09.2007 auf www.clickhere.ch [Microsoft® Word | 22 KB ] [link 02]
  • › Pressetext erschienen am 09.09.2007 auf http://www.we-make-money-not-art.com/ [Microsoft® Word | 23 KB ] [link 03]

Inhaltliche Beschreibung

In Hinsicht auf die diesjährige Ars Elecronica in Linz unter dem Thema „goodbye privacy“ entstand die Arbeit mit dem Namen „Struckmaschine“. Mit der Fragestellung, wie weit das private Leben in die Öffentlichkeit dringt, haben wir uns vor allem mit dem Gebrauch und Missbrauch von Kreditkarten und Kreditkarteninformationen beschäftigt. Die Verwendung von Kreditkarten ist eine alltägliche Selbstverständlichkeit, auch im Internet, doch wird eher selten über die weiteren Verwendungen der Informationen nachgedacht.
Mit dem Projekt „Struckmaschine“ wollen wir diese Thematik aufgreifen. Persönliche Daten werden erfasst und in den öffentlichen Raum gestellt. Anhand von den Kreditkarteninformationen wird ein persönlicher Schal gestrickt. Obwohl die Kreditkarteninformationen in einer codierten Form ausgestrickt werden, bleibt das Kleidungsstück ein analoges Display, da alle Informationen rückführbar dargestellt werden. Unser Ziel war es, ein persönliches Kleidungsstück zu gestalten, mit einer neuen visuellen Erscheinung, jedoch inhaltlich brisant. Was passiert mit dem Schal wenn der Träger ihn verliert? Im Falle eines Verlustes wird der wärmende und schützende Schal wegen den persönlichen Daten zum bedrohlichen Objekt.

Die „Struckmaschine“ besteht aus einem vorgeschalteten Interface, mit dem der Datensatz eingelesen wird, aus dem die Maschine das grafische Muster generiert: Es handelt sich um einen schlichten Kartenleser, welchen jedermann einfach über Internet bestellen kann, durch den man die Kreditkarte ziehen muss – in diesem Falle nicht um zu bezahlen, sondern um die Datenbasis fürs Design zu liefern. Die Kartendaten werden zunächst in Binärcode umgesetzt, dann ein Ausdruck des Basismusters mit der individuellen Geistergruppierung erstellt und dieser erneut per Scan eingelesen wird. Das fertige Strickwerk stellt ein Speichermedium dar, von dem aus die Daten im Prinzip auch wieder rückgeführt werden können. Als Muster haben wir ein Gespenst eingesetzt, bekannt aus dem Pacman-Game. Es erinnert stark an die früheren Computerspiele und ist so ein Element des frühen Digitalen. Die Farben grün und schwarz, welche wir für den gestrickten Schal einsetzten, Schlagen eine Brücke zu den ersten Displays.

Kontext

Hochschule / Fachbereich

FHNW Aarau
Industrial Design und Medienkunst

URL der Hochschule

» http://www.createyourstudy.ch/ [link 04]

Betreuer des Projekts

Dozent FHNW Abteilung Medienkunst Roland Unterweger

Kommentar des Betreuers

Fabienne Blanc und Patrick Rüegg ist es mit ihrer "Struckmaschine" gelungen, in einer interdisziplinären Zusammenarbeit eine Brücke zwischen Medienkunst und Industrial Design zu schlagen. Das an der Ars Electronica 2007 begehrte Endprodukt überzeugt nicht nur als attraktiver Schal, auch der Herstellungsprozess erregt Aufmerksamkeit und lädt das Kleidungsstück thematisch auf. Der Preis der modischen Individualität sind individuelle Daten, die man eigentlich nicht gerne hergibt: Kreditkarteninformationen. Die Arbeit spielt geschickt mit verschiedenen Ebenen. Die Strickmaschine fasziniert zunächst in ihrer Mischung aus traditioneller Handarbeit und computergesteuerter Automation und weckt die Neugier, sich mit dem Herstellungsprozess genauer auseinanderzusetzen. Das zeilenartige Entstehen des Musters erinnert ebenso an das Rendering einer Computergrafik wie an die frühindustriellen, mit Lochkarten gesteuerten Webstühle. Das Motiv selbst verweist auf die geisterhaften Gegenspieler aus Pac-Man, die als einzige dem sich sonst endlos durchs Labyrinth fressenden Spieler Einhalt gebieten können. Die Arglosigkeit in der Herausgabe von potenziell missbrauchbaren Informationen wird ergänzt durch die Absurdität der persönlichen Note des Kleidungsstückes: Der Look der unterschiedlichen Schals ist letztlich derselbe und die Individualität wird aus der Kreditkarte generiert.

Seminar / Kurzbeschreibung

Die Arbeit entstand im Rahmen eines Medienkunstprojektes im 4. Semester, ausgerichtet auf die Teilnahme des Institutes Medienkunst am Campus 2.0 der Ars Electronica. Die "Struckmaschine" wurde zusammen mit 7 weiteren Arbeiten zum vorgegebenen Thema "neoanalog" ausgewählt und in Linz präsentiert.

Zuordnung Forschungsbereich

Das Institut Medienkunst ermittelt anhand seiner Auseinandersetzungen die künstlerischen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie. Es untersucht einzelne Medien ebenso wie ganze Mediensysteme. Die Studierenden erproben mediale Formen und Formate in Bild und Klang, Algorithmen und Dramaturgien sowie die Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Medien. Dabei entstehen prozessbasierte Arbeiten sozialer, technischer oder ästhetischer Natur mit neuen Qualitäten des Mediengebrauchs.

» http://www.be-geistert.ch/ [link 05]

  • › Pressetext veröffentlicht am 18.09.2007 auf www.clickhere.ch [Microsoft® Word | 22 KB ] [link 06]
  • › Ausgedrucktes, persönliches Strickmuster [JPEG | 6 MB ] [link 07]
  • › Strickmaschine in Aktion [JPEG | 5 MB ] [link 08]
  • › Muster eines ausgestrickten Schals [JPEG | 277 KB ] [link 09]
  • › Nahaufnahme des Nadelbettes der Strickmaschine [JPEG | 167 KB ] [link 10]
  • › Erste Probemuster mit Patrick Rüegg [JPEG | 1 MB ] [link 11]
  • › Pressetext erschienen am 09.09.2007 auf http://www.we-make-money-not-art.com/ [Microsoft® Word | 23 KB ] [link 12]
  • › Ausschnitt der Programmierung [16 KB ] [link 13]
  • › Kartenlesegerät und Anzeigedisplay [JPEG | 223 KB ] [link 14]