Lutz Dickmann, Marion Fröhlich, Kristian Gohlke, …


Fernlicht

Aktivität in und an Architektur


..eine verteilte Installation [link 01]

..eine verteilte Installation

Inhalt

Inhaltliche Beschreibung

Nachts sind alle Fenster grau.
Alle Fenster?
Nein…

Während die Stadt schlummert, darf an der Hochschule für Künste in einer bundesweit einzigartigen Atmosphäre auch nachts gearbeitet werden. Diese kreative Lebendigkeit machen wir an einem exponierten Ort im Herzen Bremens sichtbar.

"Fernlicht" ist eine Licht-Installation an der Fensterfront eines ausgewählten Gebäudes im öffentlichen Raum.

Nach Einbruch der Dunkelheit wird von außen weit sichtbar visualisiert, dass an der Hochschule für Künste – auch nachts – noch Menschen aktiv sind. Mit Hilfe von Umweltsensoren ziehen wir Rückschlüsse über die Aktivität und Lebendigkeit in und an der HfK. Ein Algorithmus wertet die Sensordaten aus und überträgt diese über eine Netzwerkverbindung an die Installation im Zentrum der Stadt. Dem Betrachter der Installation Fernlicht bietet sich das Bild eines von Leben erfüllten Gebäudes.

Die Installation im Herzen Bremens rückt die Hochschule für Künste ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und weckt Interesse für die Aktivitäten an der Hochschule. Für die Laufzeit des Projekts wird eine Brücke zwischen Speicher XI und dem Stadtkern gespannt.

Kontext

Hochschule / Fachbereich

Hochschule für Künste Bremen
Kunst und Design

URL der Hochschule

» http://www.hfk-bremen.de [link 02]

Betreuer des Projekts

Prof. Christoph Lischka

Kommentar des Betreuers

Die Arbeit "Fernlicht" entstand spontan als Idee einiger Studierender während der Arbeit im Rahmen des u.a. Seminars "Mobile Aktor-Sensor-Systeme". Hintergrund sind die z.Zt. vorgesehenen Sparmaßnahmen im Lande Bremen, etwa die diskutierte Reduktion der Öffnungszeiten der Hochschule. Die Resonanz bei den Bremer Medien, aber auch die alltägliche Rezeption in der Öffentlichkeit machten sehr deutlich, daß die Arbeit der Hochschule bei der lokalen Bevölkerung viel zu wenig präsent ist.
Ergebnis dieser Überlegungen ist das Projekt "Fernlicht", welches bereits als Konzeptstudie auf den Hochschultagen im Februar d.J. vorgestellt werden konnte. In meinen Augen ist es eine gelungene Synthese von traditionellen visuellen Medien, Netzkunst und der Welt der 'embedded systems' - wenig aufdringlich, unspektakulär, dafür eher feinsinnig um die Aufmerksamkeit der Betrachter werbend.
Viele, nicht immer triviale Technologien werden zu einem ansprechenden Ganzen geformt, welches die angestrebte Funktionalität, und zumal den politischen Impetus humorvoll zur Geltung bringt.

Seminar / Kurzbeschreibung

Das Seminar "Mobile Aktor-Sensor-Systeme" an der Hochschule für Künste, Bremen ist eine die Studiengänge Freie Kunst, Musik, Design und Digitale Medien übergreifende Lehrveranstaltung, welche in einer Folge integrierter Mikroprojekte die Grundlagen der Elektronik und Programmierung 'Eingebetteter Systeme' entwickelt. Der Fokus der Veranstaltung liegt dabei auf (mobilen) Aktor-Sensor-Systemen - ausgehend von einfachen 'interaktiven' Installationen bis hin zu "Autonomen Systemen" (Robotics).
Basis der Arbeit ist die Entwicklungsumgebung WIRING (wiring.org.co) mit zugehörigem Entwickler-Board, die sich wiederum an der Java-Shell "Processing" (processing.org) orientiert. Die Veranstaltung wird jeweils von zwei Tutorials (Elektronik, Programmierung) begleitet.

Zuordnung Forschungsbereich

"Mobile Aktor-Sensor-Systeme" wird im Zuge des Aufbaus eines Studienschwerpunktes "Autoaktive Systeme" angeboten. Angestrebt ist ein Ort der künstlerischen Forschung, der die unterschiedlichsten Aktivitäten im Bereich Robotics, Autonome Systeme, Smart Materials, Bioengineering und theoretischer Reflexion produktiv und kreativ zusammenführt.
Bereits die Klassik und Romantik kannten die künstlerische, poetische Tätigkeit als höchste Form ästhetisch-theoretischer Praxis. Mit dem gleichen emanzipatorischen Impuls ist der Künstler auch heute gefordert, sich der technisch-technoiden Vereinnahmung insbesondere des Lebendigen zu stellen und Möglichkeiten eines ästhetisch-poetischen 'Querstandes' zu artikulieren: Künstlerisches Forschen als 'Denken in Maschinen'. Das Sich-Bewegen im Grenzfeld von Kunst, Wissenschaft, Technik.

  • › digital sparks 2006 [link 03]
  • › Fernlicht Projektbeschreibung [PDF | 261 KB ] [link 04]
  • › Visualisierungsskizze [692 KB ] [link 05]
  • › Schematischer Aufbau [PDF | 41 KB ] [link 06]