Patrick Burkert

fogpatch

Rekonstruktion einer Körperspannung

Bensegrity Arbeitsmodell - Symbiose aus Max Bense und der Golden Gate Bridge

Bensegrity Arbeitsmodell - Symbiose aus Max Bense und der Golden Gate Bridge

Technische Beschreibung

Das kybernetische Objekt besteht aus einer Tensegrity-Struktur, deren Seile kolikartig und in Analogie zu Benses Schmerzerfahrung mit Motoren kontrahiert werden. Darin eingespannt sind Membrane, auf die flackernde Super 8-Aufnahmen projiziert werden, die Benses Blick in San Franzisko nachstellen. Die Geschwindigkeit des Projektors ist abhängig von den Bewegungen der Besucher und wird über die Software gesteuert, die die gesamte Performance koordiniert (Max/MSP/Jitter und Java). Akustisch wird mit Vibrationsgeräuschen der Brücke sowie mit Atemgeräuschen Benses aus einer TV-Diskussion mit Joseph Beuys gearbeitet, die wenige Monate nach der USA-Reise im Januar 1970 aufgezeichnet wurde. Der Rhythmus der Sounds und die Bewegungen der Besucher sind Taktgeber der ca. 2300 diskreten Einzelschritte über die Brücke.

Choreografische Grundform der Tanzperformance ist die Krümmung des cartesischen Körpers, analog der Verspannung des Tensegrityobjekts aus der Schule von Buckminster Fuller. Der kolikartige Schmerz der Nierenkolik paralysiert jede Mobilität. Körper und Geist verschmelzen schliesslich zu ''feinem Haar". Auf großen Projektionsflächen werden Videoaufnahmen von Meeresquallen aus der Bay gezeigt, die mit den Fernsehaufnahmen von Bense überlagert werden. Choreografien zum Text von Bense werden als Video einer Tanzperformance auf die Flächen projiziert und mit anderen Sequenzen überlagert.

Hardware / Software

Im Zentrum der Arbeit steht eine dynamische Tensegritykonstruktion als kybernetische Körpersimulation. Infrarotsensoren und Video Tracking als Inputsignale sorgen für die Interaktion des Betrachters mit dem Körperobjekt. Acht Servomotoren sorgen für das An- und Entspannen der Seile an den Endpunkten der Druckstäbe. Jedes Element der Installation ist in Abhängigkeit zueinander in einem auf Java basierenden Regelkreislauf verbunden. Die Verarbeitung der Inputs / Outputs erfolgt in Echtzeit über die Programmierumgebung Max/MSP/Jitter. Die Signalverarbeitung erfolgt verteilt über mehrere Computer per OSC Protokoll.

Verwendete Komponenten:

- Max/MSP/Jitter
- Java
- OSC
- Microcontroller Boards
- Servomotoren als Aktoren
- Infrarotsensoren
- Video Tracking
- Nadeldrucker aus den 80er Jahren
- Super 8 Projektor
- Sterosoundsystem/Subwoofer