Petra Eicker

Flatland

Interaktive Lichtinstallation

Flatland, KHM 2006

Flatland, KHM 2006

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Inhaltliche Beschreibung

Die Installation „Flatland“ ist durch das gleichnamige, 1884 von Edwin A. Abbott verfasste Buch inspiriert. Es behandelt die Frage, inwiefern es möglich ist, sich andere Wirklichkeiten vorzustellen als die, in der wir leben.

In der Geschichte werden verschiedene Wirklichkeiten beschrieben: das dreidimensionale Raumland, das zweidimensionale Flachland und das eindimensionale Strichland. Die Welten werden von geometrischen Figuren bewohnt. Jede Figur kann die Bewohner der höheren Dimension nur innerhalb der Gesetzmäßigkeiten ihrer eigenen Dimension wahrnehmen. Für einen Strich in Strichland ist ein Quadrat aus Flachland ebenfalls nur ein Strich. Das Quadrat in Flachland sieht eine Kugel aus Raumland, die seine Dimension durchquert, nur als Kreis, der ständig seine Größe ändert.

Interessant an dieser Geschichte ist ihre Übertragbarkeit auf andere Erscheinungen. Jeder Gegenstand hat einen charakteristischen „Abdruck“, der in unterschiedlicher Weise abgebildet werden kann.

Bei der Installation "Flatland" geht es in ähnlicher Weise darum, in einer unbekannten Dimension zu arbeiten, die nicht von vorne herein wahrnehmbar ist, sondern durch die Arbeit erst erschlossen wird.
Um in einen neuen Wahrnehmungsraum zu gelangen, wird mit den geläufigen Buchstaben einer Groteskschrift ein Experiment im Sinne der erwähnten Geschichte durchgeführt, um sie in einer anderen Dimension zu untersuchen.
Die Buchstaben, die sich gewöhnlich auf einer zweidimensionalen Fläche befinden, werden durch eine eindimensionale Säule geschleust. Sie erscheinen dadurch nicht als grafisches Zeichen, sondern als Scan.
Wer die Buchstaben in ihrer herkömmlichen Erscheinungsform kennt, kann aus der Abfolge der jeweils für einen winzigen Moment sichtbaren Sequenzen ihre Gestalt ableiten.

Thema ist also nicht die Erfindung eines neuen Codes, sondern die Transformation geläufiger Zeichen in ein anderes Wahrnehmungskonzept. Ein bekanntes System wird auf eine andere Art dargestellt und ermöglicht somit eine neue Perspektive.