Benedikt Groß

Attack + Swap

Vom Bild erfasst und verwechselt

swap modus

swap modus

Inhaltliche Beschreibung

Sehen ist nicht bloß ein optischer Vorgang, sondern auch und vor allem ein Verarbeitungsprozess, der im Gehirn stattfindet. Dies wird bei dieser Installation auf verblüffende Art deutlich, indem dieser zweite Part, die unbewusst vom Gehirn zu leistende Bildinterpretation, vom Computer übernommen wird. Er „kennt“ die Formparameter eines menschlichen Gesichtes und reagiert auf sie.

Sobald der/die BetrachterIn in den Aufnahmebereich der Kamera gerät, wird er/sie „attackiert“, indem das jeweilige Gesicht digital herangezoomt wird zu einer das Bild füllenden Großaufnahme. Auch wenn sich die Person vor der Kamera hin und her bewegt, wird sie so lange in dieser Bildeinstellung festgehalten, bis sie sich abwendet oder eine weitere Person in den Aufnahmenbereich der Kamera tritt. Im letzten Fall reagiert die Apparatur, indem sie den Bildausschnitt wieder öffnet und den BetrachterInnen „die Köpfe vertauscht“.

Die Installation, die spielerisch und irritierend zugleich Aspekte von Bildverarbeitung und Manipulation thematisiert, verweist zudem auch auf den aggressiven Akt der visuellen Datenerfassung, wie sie heute für die Personenerkennung in Flughäfen bereits eingesetzt wird.

Anmerkung: Die Installation wurde anlässlich der Eröffnung des Eikones Institutes in Basel (neuer schweizer nationale Forschungsschwerpunkt: Bildkritik. Macht und Bedeutung der Bilder) im September 2006 gezeigt.

Das Dokumentationsvideo ist keine Simulation! Nur Totale + Screeninhalte im Gegenschnitt.