Monika Fleischmann, Wolfgang Strauss

Energie_Passagen, 2004

Interaktive Inszenierung im öffentlichen Raum

Content Description

Energie_Passagen - die Stadt lesen und (be)schreiben

Sprache ist geistige Energie, die eine Stadt prägt. Die Gespräche der Bewohner, die Sprache der Politik und der Medien sind Energieströme. Sie bilden eine unsichtbare Architektur der Stadt, die mit der Installation »vermessen« und sichtbar gemacht wird.

Ausgangspunkt der Energie_Passagen sind Texte des Massenmediums Tageszeitung. Ein automatisiertes Computerverfahren analysiert täglich eine lokale Tageszeitung (die Installation in München beschäftigte sich bsp. mit der Süddeutschen Zeitung) und reduziert sie auf Schlagworte. Die so gefilterten Begriffe erscheinen im großflächig projizierten »Informationsfluss«.

Als Besucher können Sie vor Ort Begriffe auswählen und in den Fluss »einwerfen«. Damit setzen Sie Text-Bewegungen in Gang und lassen Verknüpfungen zwischen den Begriffen hervortreten. Die dabei entstehenden Begriffsnetze schaffen inhaltliche Verbindungen und neue Bedeutungen, die sich von den ursprünglich linearen Texten unterscheiden. Computerstimmen reagieren unmittelbar auf Ihren »Einwurf« und begleiten sie als mehrstimmiges Echo.

Zusätzlich visualisiert eine Weltkarte den Weg, den der Besucher aufgrund seiner Auswahl durch die geografische Landschaft der Nachrichten nimmt. Eine Weltkarte zeigt den geografischen Ursprung der Nachricht.

Sichtbares Ergebnis der interaktiven Prozesse ist die »Living Newspaper«, deren dynamisch generierte Texte ebenso auf den »Informationskubus« projiziert werden. Die De-Konstruktion der Zeitung durch Fragmentierung und Transformation ihrer originären Inhalte ermöglicht neues Lesen und Verstehen. Die künstlichen Stimmen des Flusses laden dazu ein, neue Sinnzusammenhänge zu entdecken.

Energie_Passagen zeigt, wie Bedeutung durch Differenz entsteht und bietet einen sinnlich erfahrbaren Handlungsraum, der neues Kommunikationspotential freisetzt.