Monika Fleischmann, Wolfgang Strauss

Virtual Balance

Intuitive Interface based on body balance

Virtual Balance

Virtual Balance

Content Description

(ONLY AVAILABLE IN GERMAN)
In Kooperation mit Architekten, Ingenieuren, Archäologen und Computerwissenschaftlern wurde ein computergeneriertes Stadtmodell des antiken, römischen Xantens entwickelt, bei welchem die "Virtual Balance" als medienkünstlerisches Produkt zur Kulturvermittlung eingesetzt wurde.
Auf der Plattform der Virtual Balance bewegt sich der Besucher durch den virtuellen Archäologischen Park Xantens, ein räumliches Computermodell des Hauptortes der römischen Provinz Niedergermanien, der "Colonia Ulpia Traiana" in der Nähe des heutigen Xanten. Am Lehrstuhl für Bauinformatik der Universität Dortmund (Prof. E. Rank) veranstaltete 1994/95 Claus Dießenbacher für Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens ein Seminar, das die Entwicklung von CAD-Modellen zum Gegenstand hatte. Anders als üblich wurde hier der Computer jedoch nicht zum Entwerfen neuer Bauten eingesetzt, sondern zur Rekonstruktion historischer, nicht mehr erhaltener Gebäude der römischen Stadt. Grundlage dieser Arbeit bildeten die Grabungsdokumentation und die jeweilige zeichnerische Rekonstruktion in Form von Grund- und Aufriß der Bauten. Neun verschiedene Objekte wurden modelliert, darunter die Tempel und andere Großbauten sowie die Stadtmauer und die Stadtgestalt insgesamt. Die Modelle lagen schließlich in jeweils drei Detaillierungsstufen vor. In einer Überarbeitung bildeten diese Modelle den Gegenstand einer Ausstellung 1996 im Regionalmuseum Xanten. Ein digitales archäologisches Museum. Das digitale Modell erscheint in unterschiedlichen Detaillierungsgraden. In der städtebaulichen Sicht ist die Anlage mit ihrer Umgebung relativ abstrakt modelliert. In der nächsten Detaillierungsstufe sind die wichtigsten architektonischen Objekte (Forum, Thermen, Tempel, Amphitheater etc.) aufgegriffen. In der dritten Stufe wurden einzelne Innenräume rekonstruiert oder an Details gezeigt, wie die römische Technik (z.B. in den Thermen) "funktioniert" hat. Die gesamte Rekonstruktion basiert auf Grabungsergebnissen und anderen verfügbaren historischen Quellen. Dieses digitale Stadtmodell wurde in die Interface-Umgebung der "Virtual Balance" eingebunden. Dadurch entsteht ein interaktiver Führer durch den Archäologischen Park Xanten. Besucher können die Stadtüberfliegen oder Spaziergänge unternehmen. Um die große Menge von Daten in den verschiedenen Detailierungsstufen in Echtzeit abrufen zu können, mußte ein spezielles Rendering Programm entwickelt werden. Es ist geplant, das bestehende Modell im Rahmen eines Forschungsprojekts zu einem umfassenden, auch "vor Ort" einsetzbaren Multimedia-System auszubauen. Dazu sollen Audioinformationen, zusätzliches Hintergrundwissen via Internet-Links auf weltweit verfügbare Datenbestände sowie Video-Sequenzen eines "Rundgangs" durch die virtuelle Stadt oder einzelne Gebäude integriert werden. Bei hinreichender Leistungsfähigkeit der Hardware wird es einem Benutzer auch möglich sein, das Modell online zu steuern und damit eine "virtuelle Stadtbesichtigung" durchzuführen. Das Seminar der Universität Dortmund und die hierauf aufbauenden Forschungsarbeiten wurden freundlicherweise durch Dr. Gundolf Precht, Museumsdirektor des Archäologischen Park Xanten im Landschaftsverband Rheinland und die Nemetschek Programm GmbH, München unterstüzt.