Technische Beschreibung
Die interaktive Installation Virtual City zeigt die Idee, über einen Sensor oder mit Hilfe von Dataglove und Eyephone virtuelle Räume zu betreten und verschiedene Schichten von Informationen über die Stadt zu erhalten.
Nach maßstabsgenauen Plänen des ausgewählten Stadtbereichs wurde mit einer grafikfähigen CAD-Workstation ein 3D-Computermodell erstellt. In gesonderten Datensätzen liegen bereit: Ein städtebaulicher Entwurf für den Bereich Potsdamer Platz, eine Büroetage, ein Parkhaus, ein Untergrundbahnhof, eine virtuelle Ausstellung und eine reale Ausstellung, die simuliert wurde. Alle diese virtuellen Räume befinden sich im Bereich des Luftbildausschnittes von Berlin und können innerhalb des Simulationssystems angesteuert bzw. eingeblendet werden.
Wie bei einer Kamera müssen Betrachterstandpunkt und Blickpunkt im Rechner festgelegt werden, um das dreidimensionale Computermodell betrachten und begehen zu können. Das Koordinatensystem des 3D-Computermodells ist so gewählt, dass es mit dem Koordinatensystem des Luftbildes übereinstimmt. Ein 3D-Raumsensor in der Größe eines Zuckerwürfels übernimmt die Kameraposition. Mit Hilfe des Luftbildes kann man sich nun im virtuellen Stadtraum orientieren und befindet sich mit dem Sensor an der gleichen Stelle im Computermodell.
Der Sensor funktioniert auf magnetischer Basis: über einen Sender wird ein Magnetfeld aufgebaut, der Sensor bestimmt die Position. Diese Position wird an einen Steuerungsrechner weitergegeben und so transformiert, dass sie mit dem Koordinatensystem des Rechnermodells in Einklang steht. Die Position wird an eine Workstation weitergeleitet, dort wird die entsprechende Ansicht des Computermodells gerechnet. Das jeweilige Bild ist dann als Videosignal verfügbar und kann auf dem Fernsehmonitor betrachtet werden.
Dieser Vorgang wird ca. 20 mal pro sec. wiederholt, begrenzt nur durch die Rechnerkapazität, und erzielt damit den Eindruck eines bewegten Bildes bzw. einer interaktiven Bewegung durch das Modell. Statt des Sensors kann auch der Datenhandschuh und die Datenbrille benutzt werden. Damit befindet sich der Besucher selbst im virtuellen Raum, im Cyberspace. (ART + COM 1991 Dokumentation)
Hardware / Software
Workstation zur CAD-Datensatzerstellung; Sensorik mit Sensor, Sender, Elektronik; Steuerrechner für Umrechnung; Grafikworkstation als Bilderzeugungsrechner; TV-Monitor.
Hewlett Packard CAD-Workstation; Star_UX Architektursoftware; Personal Iris Silicon Graphics CA-Workstation; Silicon Graphic VGX Graphics-Workstation; Wavefront Software; eigene Radiosity Software; Apple Mac Steuerrechner, VPL-Dataglove; VPL-Eyephone.


