Hochschule / Fachbereich
FHNW Aarau
Industrial Design und Medienkunst
URL der Hochschule
Betreuer des Projekts
Dozent FHNW Abteilung Medienkunst Roland Unterweger
Kommentar des Betreuers
Fabienne Blanc und Patrick Rüegg ist es mit ihrer "Struckmaschine" gelungen, in einer interdisziplinären Zusammenarbeit eine Brücke zwischen Medienkunst und Industrial Design zu schlagen. Das an der Ars Electronica 2007 begehrte Endprodukt überzeugt nicht nur als attraktiver Schal, auch der Herstellungsprozess erregt Aufmerksamkeit und lädt das Kleidungsstück thematisch auf. Der Preis der modischen Individualität sind individuelle Daten, die man eigentlich nicht gerne hergibt: Kreditkarteninformationen. Die Arbeit spielt geschickt mit verschiedenen Ebenen. Die Strickmaschine fasziniert zunächst in ihrer Mischung aus traditioneller Handarbeit und computergesteuerter Automation und weckt die Neugier, sich mit dem Herstellungsprozess genauer auseinanderzusetzen. Das zeilenartige Entstehen des Musters erinnert ebenso an das Rendering einer Computergrafik wie an die frühindustriellen, mit Lochkarten gesteuerten Webstühle. Das Motiv selbst verweist auf die geisterhaften Gegenspieler aus Pac-Man, die als einzige dem sich sonst endlos durchs Labyrinth fressenden Spieler Einhalt gebieten können. Die Arglosigkeit in der Herausgabe von potenziell missbrauchbaren Informationen wird ergänzt durch die Absurdität der persönlichen Note des Kleidungsstückes: Der Look der unterschiedlichen Schals ist letztlich derselbe und die Individualität wird aus der Kreditkarte generiert.
Seminar / Kurzbeschreibung
Die Arbeit entstand im Rahmen eines Medienkunstprojektes im 4. Semester, ausgerichtet auf die Teilnahme des Institutes Medienkunst am Campus 2.0 der Ars Electronica. Die "Struckmaschine" wurde zusammen mit 7 weiteren Arbeiten zum vorgegebenen Thema "neoanalog" ausgewählt und in Linz präsentiert.
Zuordnung Forschungsbereich
Das Institut Medienkunst ermittelt anhand seiner Auseinandersetzungen die künstlerischen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie. Es untersucht einzelne Medien ebenso wie ganze Mediensysteme. Die Studierenden erproben mediale Formen und Formate in Bild und Klang, Algorithmen und Dramaturgien sowie die Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Medien. Dabei entstehen prozessbasierte Arbeiten sozialer, technischer oder ästhetischer Natur mit neuen Qualitäten des Mediengebrauchs.


