Norbert Riedelsheimer, Bettina Hiel

X Informationssystem öffentlicher Verkehrsmittel im urbanen Raum

Entwicklung eines medienübergreifenden Informationssystems im öffentlichen Personennahverkehr.

Nominiert für den
Digital Sparks Award 2006

Anzeige der individuellen Fahrtroute am Terminal

Anzeige der individuellen Fahrtroute am Terminal

Dateien

Inhaltliche Beschreibung

Beim Besuch einer unbekannten Stadt fehlen Erfahrungen über die jeweilige urbane Situation. Um sich orientieren zu können, muss der Reisende seine Position kennen und über die Lage seines Ziels im Raum Bescheid wissen. Der Besucher kann Distanzen räumlich und zeitlich nicht einschätzen. Zur Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist er auf Informationssysteme angewiesen.

Informationssysteme sollen dabei vorallem an Entscheidungspunkten Klarheit schaffen, Fragen beantworten und zur Erkennung und Bestätigung des gesuchten Ziels eingesetzt werden. Erst die substantielle informationsgestalterische Konzeption und Ausarbeitung macht dem Benutzer ein Informationssystem zugänglich und führt zu höherer Qualität. Aufbauend auf Studien aus den Bereichen Semiotik, Wahrnehmungspsychologie und Usability, wurde ein grafisches Benutzer-Interface unter Berücksichtigung crossmedialer Informationsaufbereitung ausgearbeitet.

Die Nahverkehrssysteme sind in einem notwendig stetigen Wachstumsprozess und bilden damit zunehmend Komplexität aus. Durch diese Komplexitätssteigerung sind auch die Anforderungen an das Aufkommen und die damit verbundenen Darstellungen der Informationen gewachsen. Der Nutzer steht dieser Komplexität häufig hilflos gegenüber. Während der Diplomarbeit wurden gestalterische Grundlagen entwickelt und verifiziert, die in der Lage sind, dieses immens wachsende Informationsaufkommen zu strukturieren und zu vereinfachen. Die visuelle Gestaltung kann in dieser Situation hilfreich eingreifen, indem sie sowohl allgemeine, als auch individualisierte Zugänge zum ÖPNV schafft, verschiedene Systemkomponenten eines Verkehrsverbundes einheitlich gestaltet und zugänglich macht, unterschiedliche Medientypen visuell einheitlich behandelt und diese optimal miteinander verbindet.

Die Analyse mediengerechter Informationsdarstellung hat sich in Relation zum raschen Voranschreiten technischer Entwicklungen nicht genügend ausgebildet. Diese Hypothese wird bei einem Rückblick in die Geschichte der Informationsgestaltung sehr deutlich. 1931 konzipierte Henry C. Beck seinen ersten Entwurf für die London Underground Map. Diese stellt eine vom konventionellen Stadtplan abstrahierte Informationsgrafik dar und ermöglicht somit eine schnelle Rezeption des öffentlichen Verkehrsnetzes. Dieses System hat sich bis heute durchgesetzt und wurde weltweit auf unterschiedliche Verkehrsinformationssysteme im öffentlichen Bereich übertragen. Durch die besagte steigende Komplexität und die technischen Möglichkeiten in unserer heutigen Zeit sahen wir einen großen Bedarf, dieses System zu überarbeiten. Das Potential, in diesem Bereich einen neuen, allgemein gültigen Standard zu schaffen wurde in der Diplomarbeit deutlich.